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Cancel culture auch in NRW?

Nach dem Auftritt der umstrittenen palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif an der Düsseldorfer Kunstakademie fordert die Jüdische Gemeinde den Rücktritt der Rektorin. Notfalls müsse die Landesregierung die Professorin Donatella Fioretti abberufen. Bei al-Sharif handele es sich um eine Terrorverherrlicherin, so die Jüdische Gemeinde. Politische Konsequenzen seien unumgänglich. Das Verhalten der Akademieleitung stelle eine massive Ignoranz dar.

Trotz zahlreicher Warnungen und Gesprächsangebote habe die Akademieleitung unter Verweis auf die Kunstfreiheit an der Veranstaltung festgehalten. „Unter dem Deckmantel akademischer Freiheit werden Personen eingeladen, die antisemitische Gewalt glorifizieren und sich offen mit terroristischen Organisationen solidarisieren“, teilten die Gemeinde und das Jüdische Forum der CDU NRW mit. 


Auch die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Mona Neubauer war am Mittwoch als Demo-Teilnehmerin vor Ort. Sie sieht die Düsseldorfer Kunstakademie als einen Ort für alle. Mit ihrer Teilnahme wolle sie deutlich machen, dass sich das künstlerische Werk der Frau nicht trennen lasse von ihren öffentlich nachzulesenden "antisemitischen" Äußerungen und Haltungen. Die Kunstakademie könne entscheiden, wem sie eine Bühne bietet. In diesem Fall habe sie falsch entschieden, so Neubauer. Die Kulturministerin von Nordrhein-Westfalen, Ina Brandes (CDU), zitierte die Rektorin der Akademie zum Rapport ins Ministerium. Im Gespräch wolle sie „die klare Erwartung formulieren, dass die Kunstakademie öffentlich Stellung beziehen und in den Dialog mit ihren Kritikern treten muss“. Die bisherigen Stellungnahmen der Rektorin seien für sie „nicht ausreichend und nicht nachvollziehbar“, so Brandes. Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller forderte Akademie-Rektorin Donatella Fioretti zur Aufgabe ihres Amtes auf – mit ihm weitere 600 Unterstützer einer Petition auf Change.org.


Die Künstlerin wurde als Kind palästinensischer Eltern in Kuwait geboren. Aufgewachsen ist sie in Frankreich und den Vereinigten Staaten. 2007 erwarb sie einen Master of Fine Arts an der Universität von Illinois in Chicago. Sie lebt in Berlin und arbeitet abwechselnd zwischen dem Nahen Osten, Europa und Nordamerika. Ihre Werke wurden auf vielen Festivals gezeigt und vielfach prämiert. Im November 2025 erhielt sie beim Kurzfilmfestival Winterthur den hoch dotierten Hauptpreis für ihren Film "Morgenkreis". Vorgeworfen werden ihr einige pro-palästinensische Posts auf Instagram, die die israelische Regierung kritisieren, darunter ein Aufruf, Israel zu boykottieren. Die Bezeichnung Israels als „zionistische Entität“ wurde ihr als Leugnung des Existenzrechts Israels ausgelegt. Auch dass sie den israelischen Genozid im Gazastreifen als solchen benannte und auf einem Foto mit einer antiquarischen Ausgabe einer 1969 erschienenen Schrift der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP) posierte, wurde ihr zum Vorwurf gemacht. Die PFLP wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft, ist in Deutschland allerdings nicht verboten.



 
 
 

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