Volker Beck stellt Strafanzeige gegen Anne-Frank-Bild — kein Verfahren mangels hinreichenden Täterverdachts
- Hans-Jürgen Weissbach
- 20. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Feb.
Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Volker Beck wirft den Veranstaltern der Ausstellung "Comune - Das Paradox der Ähnlichkeit im Nahostkonflikt" im Potsdamer Museum "Fluxus+" Holocaust-Verharmlosung vor und hat im Dezember 2025 Strafanzeige erstattet. Grund dafür war ein Anne-Frank-Bild des italienischen Künstlers Costantino Ciervo (Neapel, *1961). Es zeigt die deutsche Jüdin mit einem Palästinenser-Tuch (Kufiya) um die Schultern und schreibend auf einem Tablet. Die Jüdische Gemeinde Potsdam und der Beauftragte gegen Antisemitismus forderten die Entfernung des Bildes; der Künstler und das Museum verteidigten das Werk als Appell für Frieden und Menschlichkeit.
Die Botschaft Israels in Deutschland bezeichnete das Bild als "Delegitimierung Israels und Relativierung des Holocausts".
(rbb, 19.12.25)
Zum Bild:
In dem Zyklus von acht Gemälden hat der Künstler Porträts von Palästinensern mit Hilfe von KI in israelische verwandelt und beide Figuren nebeneinander mit Davidstern und Kufija gemalt, um deren Gleichheit aus humanistischer Sicht zu demonstrieren.
Nach Prüfung stellte die Staatsanwaltschaft Potsdam die Ermittlungen ein bzw. nahm keine Anklage gegen das Museum oder die Ausstellungsmacher auf. Nach Angaben der Behörde gab es keinen hinreichenden Verdacht für eine strafbare Handlung, sodass das Verfahren nicht weiter verfolgt wurde.
Man hat den Eindruck, dass routinemäßig aussichtslose aber rufschädigende Anzeigen erstattet werden, nur um die eigene gute Gesinnung zu dokumentieren.
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